← Zurück zu: Im Atelier

Wie eine Klangsession ablaufen kann

Eine Klangsession beginnt nicht im Klangraum, sondern davor.

Du kommst an, legst Jacke und Schuhe ab, bekommst etwas zu trinken. Der Klangraum selbst ist nicht sofort sichtbar — er liegt etwas zurück, leicht abgeteilt. Du kannst erst einmal ankommen, bevor er sich öffnet.

Im Raum erwartet dich eine breite Matte mit weichen Matratzen, frisch bezogenen Kissen und einer Decke, je nach Jahreszeit. Du sollst gut liegen können — über eine Stunde hinweg.

Schwarze Klangschale auf warmem Erdton-Hintergrund.

Während du dich einrichtest, bereite ich die Instrumente vor — Gongs, Klangschalen und weitere Instrumente. Welche zum Einsatz kommen, entscheidet sich erst, wenn ich wahrnehme, wie du heute da bist. Jede Session ist einzigartig.

Vor dem eigentlichen Beginn lade ich dich oft ein, mit ein paar Körper- oder Atemübungen anzukommen. Den Alltag etwas hinter dir zu lassen. Erst dann wird es leise.

Der Einstieg ist meistens zart. Manchmal etwas kraftvoller, wenn die Situation es trägt — Rasseln, Trommel. Dann baut sich das Klangbild auf. Ich spiele intuitiv, nicht nach Programm. Was entsteht, hängt davon ab, was sich im Raum zeigt.

Du liegst, die Augen geschlossen oder offen, und hörst zu. Das Klangbild verändert sich im Lauf der Session: mal leiser, mal dichter, mal ist es fast still. Ob du den Klängen folgst, etwas in deinem Körper spürst, mit den Gedanken woanders bist oder einschläfst, bleibt ganz dir überlassen. Du musst nichts tun.

Nahaufnahme eines Gongs, von hinten warm beleuchtet, das Zentrum glüht golden.

Nach dem Klang kommt die Stille. Das ist ein wesentlicher Teil — nicht eine Pause, sondern das eigentliche Geschehen. Was der Klang vorbereitet hat, geschieht in der Stille.

Danach hole ich dich behutsam zurück — mit sehr feinen Klängen und mit meiner Stimme. Du brauchst dann Zeit, wieder anzukommen. Viele tauchen aus etwas Weitem auf, das sich nicht sofort in Worte fassen lässt.

Zum Schluss leichtes Klopfen am Körper, um wieder ganz in der Gegenwart zu sein. Etwas zu knabbern, wenn es passt. Dann darfst du gehen.

Was bleibt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Manche fahren anders nach Hause, ohne es benennen zu können. Manche brauchen ein paar Stunden, bis sie wieder in ihrem Alltag sind. Beides ist richtig.